Erfahrung mit Actolind® w Solution und Actolind® w Gel bei einer traumatischen Schnitt- und Druckwunde im Kinnbereich
Ausgangsbeschwerden / Erstbeurteilung
19-jähriger männlicher Patient mit lediglich bekannter Zwangsstörung. Der aufgrund eines positiven COVID-19-Tests 6 Tage auf der Station überwachte Patient wurde wegen einer Desaturierung und zur weiteren Überwachung auf unsere Intensivstation aufgenommen.
Festgestellter Fall
Bei Aufnahme lagen folgende Werte vor: CRP: 86,7, Kreatinin: 0,85, ALT: 25, AST: 44, Albumin: 38,6, Hämoglobin: 14,4. Der Patient erhielt über eine High-Flow-Nasenkanüle eine Sauerstoffunterstützung sowie intermittierend CPAP, Plasmapherese und eine IVIG-Therapie. Aufgrund einer Verschlechterung der Sättigung und der arteriellen Blutgase wurde er am 8. Tag des stationären Aufenthalts intubiert und für 16 Stunden in die Bauchlage gebracht. Nach der Rücklagerung in Rückenlage wurde eine 1 × 0,5 cm große traumatische Schnittverletzung festgestellt, die dadurch entstanden war, dass der Zahn des Patienten die Lippe durchstoßen hatte, sowie eine druckbedingte Wunde 2. Grades am Kinn mit einer Größe von 3 cm. Bei fortbestehender Bauchlagerung wurde auch die druckbedingte Wunde 2. Grades am Kinn während der dritten Bauchlagerung nekrotisch. In diesem Stadium erfolgte täglich ein Verbandwechsel mit Actolind® w Solution und Actolind® w Gel (Polyhexanid + Poloxamer).
Diskussion und Schlussfolgerung
Am 25. Tag des stationären Aufenthalts war die Läsion unterhalb der Lippe verschlossen. Der nekrotische Bereich am Kinn hatte sich auf 2 cm zurückgebildet. Es erfolgte ein Debridement. Während des stationären Aufenthalts wurde der Patient viermal für jeweils 16 Stunden in die Bauchlage gebracht und am 14. Tag nach der Intubation extubiert. Am 35. Tag des stationären Aufenthalts wurde er auf die COVID-Station verlegt. Bei der Verlegung von der Intensivstation lagen folgende Werte vor: CRP: 21, ALT: 40, AST: 18, Albumin: 34, Hämoglobin: 9,2, Kreatinin: 0,59. Der Patient wurde nach der Verlegung auf die Station und auch nach der Entlassung nach Hause weiterbeobachtet; mit Stand vom 19.01.2022 wurde eine Abheilung der Läsionen festgestellt.





