Nachweis von Acinetobacter baumannii in einer seit 10 Jahren bestehenden chronischen Wunde
Ausgangsbeschwerden / Erstbeurteilung
Der Patient stellte sich am 08. August 2008 in der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie unseres Krankenhauses mit der Beschwerde über ein chronisches Ulkus von 17 x 28 cm an der Vorderseite des linken Unterschenkels vor, das seit zehn Jahren bestand. Eine Aufnahmekultur wurde entnommen. A. baumannii wurde nachgewiesen. Der Patient wurde in die Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie aufgenommen und unter „Kontaktisolierung“ gestellt. Er wurde in ein Einzelzimmer verlegt, und sämtliches Verbandmaterial wurde ausschließlich für ihn verwendet. Die Wundversorgung des Patienten erfolgte zehn Tage lang durch die Pflegekräfte der Infektionskontrolle gemäß den Asepsis-/Antisepsis-Techniken. Ansicht der Versorgung und des Wundzustands vor der Transplantation bei einer zehn Jahre bestehenden chronischen Wunde. Beim Verbandwechsel wurden eine Lösung und ein Gel mit 0,1 % Polyhexanid als Wirkstoff verwendet. Eine zusätzliche Antibiotikatherapie wurde dem Patienten nicht verabreicht. Während der Verbandwechsel wurde die Wunde des Patienten vermessen und der Heilungsverlauf beobachtet. Am 27.08.2008 wurde beim Patienten nach dem Débridement eine Hauttransplantation durchgeführt.
Festgestellter Fall
An der Vorderseite des linken Unterschenkels bestand eine chronische Wunde mit einer Größe von 17 x 28 cm. Die Wunde war ein offenes Ulkus mit regionalem Erythem, verschmutztem Granulationsgewebe, induriertem Wundrand und unregelmäßiger Begrenzung. Bei der Aufnahmekultur des Patienten vom 08. August 2008 wurde ein Wachstum von A. baumannii festgestellt. Ansicht der zehn Jahre bestehenden chronischen Wunde nach der Transplantation. In der am 18. August 2008 entnommenen Kontrollkultur wurde kein Wachstum festgestellt. Auch in den beiden letzten Kulturen des Patienten vom 22. und 23. August 2008 wurde kein Wachstum festgestellt. Es wurde festgestellt, dass sich die Wundgröße von 17 x 28 cm auf 13 x 20 cm verringert hatte. Das am 27.08.2008 beim Patienten angewendete Hauttransplantat ist zu 100 % angeheilt.
Diskussion und Schlussfolgerung
Das Wachstum von A. baumannii, dem Infektionserreger in der Wunde des Patienten, wurde gestoppt. Mit während des Heilungsverlaufs aufgenommenen Fotografien wurde die Wundheilung objektiv dokumentiert. Es wurde festgestellt, dass das durchgeführte Débridement und die Hauttransplantation erfolgreich waren. Bei den frühen und späten Nachuntersuchungen des Patienten traten keine Probleme auf. Es wurde der Schluss gezogen, dass die Beachtung von Asepsis-/Antisepsis-Techniken bei der Versorgung und beim Verbandwechsel chronischer, schwer heilender Wunden, die Isolierung von Patienten mit positivem Kulturresultat, die Verwendung von Lösungen und Gelen mit Polyhexanid als Wirkstoff sowie Operationen unter Anwendung der korrekten chirurgischen Technik die Erfolgsrate der Wundheilung erhöhen.
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